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Ehrenmorde 2019

Nisar

geboren: 2000
Mordversuch: 19./20. Juni 2019
Wohnort: Meckenheim / Bonn
Herkunft: Opfer: Libanon / Palästinenser; Täter: Türkei / Kurden
Kinder: wohl keine
Täter: Vater Masin C. und Brüder (zur Tat 45, 27, 26 J.) seiner Freundin (17 J.)

Im Frühjahr 2019 verliebt sich die türkisch-kurdische Zilan in einen Mitschüler aus dem Libanon. Sein Name ist Nisar, er hat einen deutschen Pass. Zilans Vater und ihre Brüder sind nicht einverstanden damit.

Zu Fronleichnam 2019 fahren Zilan und Nisar eines Nachts zum Waldfriedhof Meckenheim und parken dort. Um 2 Uhr schlägt Zilans Vater mit einem schweren Radmutterschlüssel die Scheibe ein. Die 3 Kurden schlagen den Freund mit Werkzeugen nieder und treten noch auf ihn ein, als er blutüberströmt und bewusstlos am Boden liegt. Der Express spricht von einer Gewaltorgie und einer unfassbar brutalen Attacke. Auch Zilan wird verletzt. Zeugen hören die Schreie und rufen die Polizei.

Nisar kommt lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus, wird notoperiert und überlebt. Auch Zilan kommt ins Krankenhaus. Der Vater wird festgenommen, ebenfalls ein Freund (43 J.) des Vaters, der an der Tat beteiligt war. Eine Woche später werden die beiden Söhne festgenommen. Insgesamt hat der Vater 6 Kinder. Im November wird Anklage wegen versuchten Mordes „aus Wut über unehrenhaftes Verhalten“ erhoben.

Im Dezember beginnt der Prozess am Landgericht Bonn. Nisar hat sich wenig überraschend von ihrem Freund getrennt und verweigert die Aussage.

Im Januar 2020 wird Vater Masin zu 8.5 Jahren und die Söhne zu je 7.5 Jahren Haft verurteilt. Es wird viel geweint im Gericht (vor allem wohl von jungen Frauen), das Urteil sei ungerecht. Die Angeklagten fühlen sich bis zum Schluss im Recht.

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