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Ehrenmorde 2005

Marcus

geboren: 1982
erschossen: 31. Dezember 2005
Wohnort: Letmathe/Iserlohn
Herkunft: Opfer: Deutschland, mutmaßlicher Täter: Türkei
Kinder: keine
Täter: vermutlich Mehmet Sarischan, zur Tat 38 J., Bruder des Ex-Freundes von Marcus’ Freundin. Der Exfreund und ein weiterer Bruder sind vermutlich in den Mord verwickelt.

Auch Marcus wird wegen der „Verfehlung“ einer Frau umgebracht. Im Dezember 2005 feiert er mit seiner Freundin Anja (32 J.) und einem Cousin von ihr (19 J.) Silvester. Während der Feier gehen sie zusammen auf die Straße. Aus dem Halbdunkel kommt der Täter, beleidigt Anja und schießt aus nächster Nähe in die Köpfe der drei. Marcus und Anja sterben, der Cousin kommt mit einer schweren Kopfverletzung davon. Er schafft es noch, die Polizei zu rufen, kann den Täter aber später nicht identifizieren.

Die drei Brüder Orhan, Necip und Mehmet Sarischan werden an einer Imbissbude in der Nähe des Tatorts festgenommen. Sie haben Alibis, und man lässt sie wieder frei.

Erst Anfang April wird der mittlere Bruder Mehmet erneut festgenommen. Schmauchspuren sollen seine Schuld beweisen. Er verweigert die Aussage. Es heißt aber, dass es schon mehrfach zu Straftaten zwischen den Familien gekommen ist.

Am 10. November 2006 wird der mutmaßliche Täter vom Hagener Schwurgericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Richter betont, es gäbe keine ausreichende Gewissheit, spricht aber von einer Grauzone. Die Anwältin der als Nebenkläger auftretenden Eltern der Getöteten kündigen an, in Revision zu gehen.

Der weiterhin verdächtige Exfreund versucht daraufhin, das Sorgerecht für den gemeinsamen damals zweijährigen Sohn zu bekommen. Im Januar 2008 verweigert ihm das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sein Anliegen endgültig: Das Kind habe den Mord damals indirekt miterlebt und sei dadurch traumatisiert. Dem Vater fehle jegliches Gespür und Verständnis für diese Traumatisierung, sodass er dem Kind sicher nicht die nötige einfühlsame Erziehung bieten könne. Das Kind lebt weiterhin in einem Heim.

Außerdem gibt es im Januar 2008 noch eine neue Version des Verbrechens: Die drei Brüder sollen den deutsch-türkischen Betreiber eines Bordells erpresst haben. Dieser habe Kontakte zur russischen Mafia und soll dort auf Geheiß der Brüder den Mord in Auftrag gegeben haben. Vermutlich werden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die drei türkischen Brüder werden in Iserlohn weiterhin als verhaltensauffällig wahrgenommen.

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